Sarrazo

Kolumne gegen Klassismus 

fackel
kopf

>Klassismus< bezeichnet die Diskriminierung und Marginalisierung aufgrund der sozialen Herkunft und  der sozialen Stellung in der Gesellschaft. Während >Rassismus< und >Sexismus< gängige Münzen sind, von vielen - nicht immer sauberen - Händen abgegriffen, wird die klassistische Diskriminierung zur >sozialen Benachteiligung< verniedlicht oder ganz geleugnet.  Dagegen schreibt diese Kolumne auf dreierlei Weise an:
Sie konstatiert Tatsachen, polemisiert gegen Meinungen und laternisiert Leute.
Das >Laternisieren< ist kabarettistisch gemeint. Der Verfasser ist Schriftsteller und kein Scherge, er verspritzt Tinte, kein Blut. Der matt übersetzte Jakobinerruf "À la lanterne"
An die La Terne!
richtet keinen Schaden an. Die Leute jedoch, die damit virtuell angeprangert werden, machen anderen Leuten real das Leben schwer. Und zwar auf eine Weise, der die Kategorie der >politischen Gegnerschaft< nicht mehr angemessen ist, sondern nur noch die der sozialen Feindschaft. In der Rubrik Offene Briefe wird das im Brief an Thilo Sarrazin näher erklärt. Um Sarrazins kabarettistische Begabung in aufrichtiger Feindschaft zu ehren, wurde diese Kolumne nach ihm benannt.  


Alle Einträge

Hawthorne zu Gast
Kant und Joyce zu Gast
K-Prominenz
Mindestlohn
Luther zu Gast
Justus Möser zu Gast
Landpfarrer Schlez zu Gast
Herbert Spencer zu Gast
Arbeiter und anderes Gesindel
Wieland über Laternen
Putzfrauengutschein
High Net Worth Individuals
Verfluchter Diener
Der kleine Millionär aus dem Mittelstand
"Ich mache Klassenkampf"
Knochenarbeit
Sarrazins biologischer Kampfstoff



Hawthorne zu Gast

19. Mai 2014. "Die äußere Zurschaustellung von Ansehen und Reichtum hat etwas so Mächtiges, Festes und fast Unwiderstehliches, dass sich allein davon eine Daseinsberechtigung ableiten lässt oder wenigstens ein so perfekter Schein, dass nur wenige arme und bescheidene Leute die innere Kraft haben, sie auch nur insgeheim anzuzweifeln."
Nathaniel Hawthorne, Das Haus mit den sieben Giebeln



Kant und Joyce zu Gast

8. April 2014."Wenn ich von einem Reichen erbte, der sein Vermögen durch Erpressung von seinen Bauern gewonnen hat, und ich schenke dieses an nämlichen Armen, so tue ich im bürgerlichen Verstande eine sehr großmütige Handlung, im natürlichen aber nur eine gemeine Schuldigkeit."
Immanuel Kant, Handschriftlicher Nachlaß
"Wenn ein Mann in seiner Jugend ein Pfund gestohlen und dieses Pfund dazu benutzt hatte, ein riesiges Vermögen anzusammeln, wieviel musste er dann zurückgeben, nur das Pfund, das er gestohlen hatte, oder das Pfund  zusammen mit Zins und Zinseszinsen, oder sein gesamtes riesiges Vermögen?"
James Joye, Ein Porträt des Künstlers als junger Mann




K-Prominenz

4. Februar 2014. Es gibt die A-Prominenz, die B-Prominenz und die C-Prominenz. Und es gibt eine K-Prominenz: das ist die kriminelle Prominenz. Zur kriminellen Prominenz, man könnte auch sagen: zu den prominenten Kriminellen, gehören ein Münchener Fußballmanager, ein Berliner Kulturmanager und Alice im Wunderland. Das Wunderland ist die Schweiz. Die Schweiz war der Aufenthaltsort von Nazi-Gold und ist der Aufenthaltsort von Geldern vieler Schurkenfamilien auf dieser Welt, deren Mitglieder Staaten beherrschen und ausplündern und die ganz unmetaphorisch und ohne jeden kabarettistischen Hintergedanken (siehe den Vorspann zur Kolumne) handgreiflich an die Laterne gewünscht seien!
    Die Schweiz war auch lange das Wunderland für deutsche Steuerflüchtlinge – wie das schon klingt: Flüchtlinge! Als würden die armen Leutchen Leib und Leben riskierend in Booten übers Mittelmeer schippern. Dabei schaffen sie nur ihre Kohle über die Alpen. Seit die deutschen Finanzbehörden Steuer-CDs ankaufen, und seit dieser abgekanzelte SPD Kandidat die Kavallarie über die Berge schicken wollte, seitdem also überdenken die Schweizer Behörden ihre Steuerhinterzieher anlockende Finanzpolitik, und die Banken denken hinterher und fürchten inzwischen, sich die Finger an der schwarzen Kohle schmutzig zu machen. Und immer, wenn eine CD angekauft wird, laufen prominente und nichtprominente Steuerkriminelle mit einem Anwalt zur Linken und einem Steuerberater zur Rechten zum Finanzamt und zeigen sich selber an. Dann zahlen sie die Steuern, die sie hätten zahlen müssen, einfach nach, zuzüglich Zinsen und ein kleines Aufgeld zur Beschwichtigung. Alles aber nur, wenn die Hinterziehungsverbrechen nicht verjährt sind wie zum großen Teil bei der Alice. Sie hat drei Jahrzehnte lang Steuern hinterzogen, zwei Jahrzehnte davon sind verjährt, ein Jahrzehnt muss sie nachzahlen.
    Alice Schwarzer ist eine historische Persönlichkeit. Sie hat sich als Ratetante Anfang der 90er in einem Aufguss des „Heiteren Beruferatens“ und schon seit den 70ern in verschiedenen Aufgüssen des Feminismus verdient und Verdienst gemacht. Seit 96 hat sie für ihre Verdienste das Bundesverdienstkreuz, seit den 80ern für ihren Verdienst ein Schwarzgeldkonto in der Schweiz. Das war aber ein Fehler. So drückt es die Journalistin, die andere gern mit großen Worten geißelt, klein und niedlich aus. Wie ein ertapptes böses Mädchen macht sie einen Knicks und erwartet, dass die Öffentlichkeit über die kriminelle Energie hinwegsieht, mit der sie drei Jahrzehnte lang den Fiskus und mit ihm die Allgemeinheit betrogen hat. An die La Terne? In diesem unappetitlichen Fall sind genug erste Steine geworfen worden – ich werfe das Handtuch.



Mindestlohn


27.10.2013.
Vor einiger Zeit habe ich einen tantenjournalistischen Zeitungsbeitrag zum Thema Mindestlohn gelesen. Statt ‚Tantenjournalismus’ könnte man auch TantInnenjournalismus sagen, um parodistisch korrekt zu plakatieren, dass Männern die Textsorte keineswegs fremd ist. Das Interessante an dieser Art Journalismus ist die Treuherziggkeit, mit der Meinungen mit Argumenten verwechselt werden und persönliche Sichtweisen mit objektiven Sachlagen. Auf diese Weise werden Dinge ausgesprochen, auch im Radio gibt es Tantenjournalismus, oder Sätze hingeschrieben, die unschuldig ausplaudern was sonst ‚diskursiv’ – früher sagte man: ‚ideologisch’ – überdeckt wird.
     Beim erwähnten tantenjournalistischen Beitrag zum Mindestlohn ging es zum Beispiel um Würde und um Werte.
     Die Würde der Arbeit hänge nicht davon ab, ob jemand davon leben könne, Arbeit sei an sich würdig. An dieser Stelle muss ich persönlich werden (für ‚persönliche Beleidigungen’ bin ich jedoch nicht in Stimmung, obwohl sie zum Sarrazo-Format gehören). Ich habe als junger Mensch Arbeiten verrichtet, zum Glück immer nur vorübergehend in Ferienjobs, die den Arbeitenden normalbrutal ausbeuteten und den Menschen zum leiblichen Anhängsel der Maschine machten. Ich weiß nicht, ob die Journalistentante (matter Versuch, die formatgerechte ‚persönliche Beleidigung’ doch noch hinzukriegen) an die Näherinnen in Bangladesch dachte; ich weiß aber, dass es nicht nur (und was heißt hier überhaupt ‚nur’) im fernen Bangladesch Jobs gibt, die eigentlich überhaupt nicht gemacht werden sollten, weder für 2 Euro noch für 8 Euro 50 noch für 50 Euro 80, sondern überhaupt nicht, denn sie entwürdigen, erniedrigen und zerstören den Menschen. Wenn die Leute in Europa keinen Zucker essen könnten, weil es auf Rohrplantagen in Brasilien keine Sklaven gäbe, dann sollen die Menschen in Europa keinen Rohrzucker essen, denn unter keinen Umständen (unter keinen!), darf es in Brasilien Sklaven geben. Dieses Beispiel stammt aus dem 18. Jahrhundert (und aus Voltaires Candide). Wenn die Menschen in Europa keine billigen Klamotten (oder teure iPhones) haben könnten, wenn es in asiatischen sweatshops keine Näherinnen (oder in asiatischen Montagehallen keine Bandarbeiter) gäbe, dann sollen die Menschen in Europa keine Billigklamotten und TeuerPhones kaufen, denn es darf in sweatshops und Montagehallen keine Arbeiterinnen und Arbeiter geben, die verbrennen oder vom Dach springen.
   Was den Wert der Arbeit angeht, meint die werte Medienarbeiterin in ihrer Mindestlohnkolumne, dass es Leute gebe, die keinen „Gegenwert“ für 8 Euro 50 pro Arbeitsstunde erzeugen. Ich weiß nicht, wie lange es dauert, bis so eine Mindestlohnkolumne fertig geschrieben ist und ob der durch sie erzeugte „Gegenwert“ dem Honorar (das übrigens so hoch auch wieder nicht gewesen sein wird) entspricht und wie diese Gegenwertigkeit gegenwärtig zu messen wäre – ich muss kalauern, sonst halte ich die geistige Fallhöhe nicht aus (zweiter Beleidigungsversuch). Im Wirtschaftsteil der Zeitungen wird normalerweise behauptet, das Verhältnis von Angebot und Nachfrage bestimme den Preis einer Ware. Das trifft zwar auch nicht immer zu, ist aber doch realitätsnäher als die Wert-Gegenwert Metaphysik der Kolumnistin. Vielleicht hat sie ja früher mal Marx gelesen oder etwas von dessen 'Arbeitswertlehre' gehört - und nicht verstanden (was, leider, keine Beleidigung ist, denn Marx selbst ging es damit kaum anders.) Jedenfalls: Solange sich Leute 'finden', will sagen: gezwungen sehen, bestimmte Arbeiten zu machen (unter allen Umständen!), zum Beispiel im Hochsommer auf den Knien und mit Atemschutzmaske Straßenasphalt glattstreichen, bleibt der Preis für diese Arbeiten niedrig. Das ist einer der Gründe, warum der Mindestlohn wichtig ist. Ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn verteuert die Arbeit im unteren Lohnsegment, auch diejenige, die über den 8 Euro 50 liegt – und das soll so sein, das ist geradezu das Ziel.
    Werden dabei Jobs ‚vernichtet', als wären die Jobs Juden im ‚Dritten Reich’, dann soll es diese Jobs eben nicht mehr geben, dann sollen die Leute schwarz arbeiten oder den Arbeits- und Sozialämtern die Türen einlaufen. Im Übrigen 'vernichtet' auch das Abschalten von Atomkraftwerken Jobs, und die Befreiung von Vernichtungslagern hat ebenfalls Jobs 'vernichtet': beim ‚Wachschutz’, in der Lagerverwaltung und bei der Verarbeitung des Goldes, das man den ermordeten Juden aus den Zähnen brach. Nein – ich ziehe keine Vergleiche zwischen Billiglöhnen, Atomanlagen und Auschwitz. Richtig lesen oder wegklicken! Ich ekle mich bloß vor dieser Vernichtungssprache, wenn es um Jobs geht – bis ‚zur Vergasung’ (hoppla) gedankenlos wird in unserem sonst so gedenktrainierten Deutschland von der ‚Vernichtung’ von Jobs gesprochen, nicht nur im Tantenjournalismus. Was aber dessen Würde betrifft – ach (dritter Beleidigungsversuch), es hat ja keinen Wert... An die - LED-Leuchte!




Martin Luther zu Gast


19.7.2013. "Im eusserlichen, weltlichen leben da soll die ungleichheit bleyben. Wie denn die Stende ungleych sein. Ein Baur füret ein ander leben und Stand denn ein Burger. Ein Fürst ein andern Stand denn ein Edelmann. Da ist alles ungleych unnd soll ungleych bleiben. [...] Das will Gott also haben, der hat die Stend also geordnet und geschaffen."


Justus Möser zu Gast


16.7.2013. Aus den 1774 bis 1786 erschienenen Patriotischen Phantasien des Osnabrücker Staatsmannes und Publizisten Justus Möser:
"Man teile alle Armen in drei Klassen:
In die erste Klasse sollen diejenigen kommen, welche durch Unglücksfälle oder Gebrechlichkeit arm sind und einige Schonung verdienen.
In die andere [die zweite] alle, welche eben keine Schonung verdienen und sich nur damit entschuldigen, dass sie keine Gelegenheit zu arbeiten haben, um ihr Brot zu gewinnen.
In die dritte alle mutwilligen Bettler, die durch ihr eigen Verschulden arm sind und gar nicht arbeiten wollen, ohnerachtet sie Gelegenheit, Geschicklichkeit und Kräfte dazu haben.
Die Einrichtung dieser Klassen werde mit Zuziehung der Pfarrer und mit der genauesten Untersuchung gemachet; sodann aber die erste Klasse durch öffentliche Vorsorge zu Hause versorgt, die andre mit Arbeit versehen und die dritte in dem angelegten Werkhause dazu gezwungen."


Landpfarrer Schlez zu Gast

30.5.2013. Aus den 1788 erschienenen Landwirtschaftspredigten des Thüringer Pfarrers Johann Ferdinand Schlez ein Dankgebet für die Herrschaft:
"Durch dich, Gott, bin ich, was ich bin,
Und es ist deine Gabe,
Dass ich, als Herr, so viel Gewinn
Von meinen Brüdern habe."


Herbert Spencer zu Gast

29.4.2013. "Die Armut der Unfähigen, die Bedrängnis, welche die Unvernünftigen befällt, der Hunger der Faulenzer und das, was den Schwachen von den Starken angetan wird, was so viele in Untiefen und im Elend zurück lässt, sind die Fügungen einer großen, umsichtigen Güte."
Herbert Spencer, Zeitgenosse Darwins, Sozioideologe, Erfinder der sozialdarwinistischen Zwecklüge vom "survival of the fittest".



Arbeiter und anderes Gesindel


28.1.2013. Neger! Neger, Neger, Neger! War das jetzt rassistisch genug? Im Moment sind mir ja Leute, die aufrichtig negern, sympathischer als bigotte Korrektsprecher. In unserer Epoche der Übersymbolisierung wird auf Worte mehr Wert gelegt als auf Taten. Man darf nicht Neger sagen, sie aber billig bezahlt in Restaurantküchen stellen. Werfen Sie beim nächsten Essengehen mal einen Blick durch die Schwingtür.
       Jetzt machen wir ein Sprachexperiment. Ein Rezensent, der Name tut nichts zur Sache, schrieb über das neue Buch, der Titel tut nichts zur Sache, einer Romanschriftstellerin, der Name tut nichts zur Sache, einen Satz, der eine ganze Menge zur Sache tut. Der Satz lautete:
„Sie schreibt über Neger, Säufer, Versager, Dorfgesindel.“
Unmöglich? Freilich, wegen des Negers.
„Sie schreibt über Schwarze, Säufer, Versager, Dorfgesindel.“
Immer noch unmöglich?
Und wie wär’s damit:
„Sie schreibt über Frauen, Säufer, Versager, Dorfgesindel.“
Naja, naja, ist das nicht ein bißchen sexistisch oder so, Frauen in einem Atemzug mit Säufern, Versagern, Dorfgesindel?
Der Satz, der eine Menge zur Sache tut, stand aber so in der Zeitung:
„Sie schreibt über Bauern, Arbeiter, Säufer, Versager, Dorf- gesindel.“
Wenn das oben ein sexistischer Missgriff ist, und es ist ein sexistischer Missgriff, dann ist dies hier ein klassistischer Missgriff: Bauern und Arbeiter, Säufer und Versager, alles eins. Das plumpe Negern fällt jedem ins Auge, der subkutane Klassismus fällt keinem auf.



Wieland über Laternen


17.1.2013. "Hätte es bei mir gestanden, so würde gewiss weder [ein] Schuldiger noch Unschuldiger ohne Urteil und Recht an Laternen-Pfählen aufgehangen, keines Menschen Haus geplündert, keines braven Edelmanns, ja sogar keines Bauernschinders Schloss oder Burg angezündet [...] Aber es ist mir demungeachtet schlechterdings unmöglich, um aller jener wirklichen und erdichteten Greuel willen, deren sich der Pariser Pöbel, die Damen von den Hallen und dem Maubertsplatz, und hier und da einige zur Ungeduld gereizte Bürger und Bauern im Verlauf der letzten zehn Monate schuldig gemacht haben mögen, weniger überzeugt zu sein, dass die Revolution ein notwendiges und heilsames Werk, oder vielmehr das einzige Mittel war, die Nation zu retten, wiederherzustellen und aller Wahrscheinlichkeit nach glücklicher zu machen, als es noch keine andere jemals gewesen ist."
"Man sieht, dass ich nicht für die Laternenpfähle bin, ungeachtet sie ein demokratisches und (wie nicht zu leugnen ist) sehr kräftiges Beförderungsmittel der Revolution gewesen sind, und in dieser Rücksicht einigen Respekt verdienen. Gestehen es doch die eifrigsten Widersacher der neuen Konstitution selbst ein, dass nichts als die Furcht vor dieser kompendiarischen Art, die Feinde des Volks außer Aktivität zu setzen, sie dahinbringen könne, die ihrige in Schranken zu halten. Bei allem dem wird wohl niemand zu leugnen begehren, dass dergleichen außerordentliche Subsidia Iuris, auch in den Fällen, wo sie von großem Nutzen sind, unter die Anomalien gehören, welchen vorzubauen und sie in der Zukunft unmöglich zu machen, keine der geringsten Wohltaten einer weisen Gesetzgebung ist."
Aus Unparteiische Betrachtungen über die dermalige Staats-Revolution in Frankreich, erschienen im Neuen Teutschen Merkur, Mai und Juni 1790. Die Hervorhebungen stammen von Wieland.



Putzfrauengutschein

28.11.2012. Es gibt Leute, die haben Putzfrauen, und es gibt Leute, die sind welche. Diejenigen, die Putzfrauen haben, sollen vom Staat Gutscheine bekommen, damit sie diejenigen, die welche sind, nicht allein bezahlen müssen. So eine arme Mittelstandsmama traut sich ja nach ihrer staatsfinanzierten Elternauszeit nicht zurück in den Beruf, wenn die Putze zuhause nicht auch ein bißchen staatsmitfinanziert wird. Die Putze, die trotz der Unerwünschtheit unterklassiger Fortpflanzung ein Kind auf die Welt bringt, erhält den Minimalsatz Elterngeld, während die Akademikermama, bei der die Putzmama sauber macht, mit bis zum sechsfachen für die Fortpflanzung ihrer Elitegene honoriert wird. Wenn die Akademikermama dann wieder arbeiten geht, soll sie nach einem neuerdings kursierenden Vorschlag zur Abmilderung dieser ungeheuren Belastung einen Gutschein zum Putzenlassen erhalten. Ob die Putzmama auch einen Putzgutschein für die Putzfrau zu Hause erhält, wenn sie selbst wieder arbeiten und zur Akademikermama Dreckwegmachen geht?



High Net Worth Individuals


15.8.2012. Die HNWIs sind die globale Schicht der Superreichen, die etwa 100.000 Leute umfasst. Sie besitzen schätzungsweise ein Drittel des weltweiten Geldvermögens. Dollarmillionäre (berechnet ohne den Wert selbstgenutzter Immobilien) gibt es weltweit rund elf Millionen. In Deutschland gibt es 829.000 Millionäre (wiederum ohne Einberechnung selbstgenutzter Immobilien). Das gesamte Geldvermögen der Deutschen wurde für 2010 auf knapp fünf Billionen Euro geschätzt.* Das Bundesamt für Statistik beziffert das steuerpflichtige Nachlassvermögen in Deutschland für 2010 auf 30,6 Milliarden Euro. 2007 verfügten 0,001 Prozent der deutschen Haushalte über 419 Milliarden Euro.** Geld macht nicht glücklich***, stinkt aber auch nicht.****

*Diese Angaben sind verschiedenen Quellen entnommen, die Nicola Liebert in ihrem Artikel "Fataler Reichtum" in Le Monde diplomatique vom August 2012 anführt. Es muss hinzugefügt werden, dass die Autorin selbst schlecht in Mathe ist. Sie behauptet, 100.000 Menschen würden 0,001 Prozent der Weltbevölkerung entsprechen.
**Diese Angaben sind Quellen der Berliner Zeitung vom 1. Juni 2012 entnommen.
***Diese Angabe ist dem Volksmund entnommen.
****Diese Angabe ist entnommen dem Kapitel über Vespasian in Suetons Leben der Caesaren, auch eine Art HNWIs



Verfluchter Diener


31.7.2012. Eine Passage aus Xavier de Maistres Reise um mein Zimmer, erschienen 1795. Der Ich-Erzähler ist ärgerlich über seinen Diener, weil dieser den Auftrag, eine Bürste zu kaufen, immer noch nicht erledigt hat. Brummig streckt er die Füße vor, um sich die Schuhe mit einem Lappen putzen zu lassen.
„>Wie!<, dachte ich bei mir, >es gibt also Menschen, die anderer Leute Schuhe für Geld putzen?< Dieses Wort Geld war ein Lichtstrahl, der mich erleuchtete. Plötzlich erinnerte ich mich, dass ich meinem Diener schon lange keins gegeben hatte. >Joanetti<, sagte ich, meinen Fuß zurückziehend zu ihm, >haben Sie Geld?< Bei dieser Frage erschien auf seinen Lippen ein gutmütiges Lächeln. >Nein Monsieur; seit acht Tagen habe ich keinen Sou; alles, was ich besaß, habe ich für Ihre kleinen Einkäufe verbraucht.< - >Und die Bürste? Sicherlich ist es deswegen?< Er lächelte noch immer. Er hätte zu seinem Herrn sagen können: >Nein, ich bin kein Blödian, kein Dummkopf, wie Sie die Grausamkeit gehabt haben, Ihren treuen Diener zu nennen. Zahlen Sie mir 23 Livre, 10 Sou, 4 Denier, die Sie mir schulden, und ich werde Ihnen Ihre Bürste kaufen.< Lieber ließ er sich ungerecht behandeln, als seinen Herrn in die Lage zu versetzen, ihn wegen seiner Heftigkeit zu beschämen. Der Himmel segne ihn!“
Verfluchter Diener! Blödian! Dummkopf!
Der Herr an die Laterne!




Der kleine Millionär aus dem Mittelstand


12.9.2011 Ekkehard Wenger ist Professor für Betriebswirtschaft in Würzburg. Ist ja nicht so schlimm. Aber was schreibt der nur für ein Zeug in der Zeit:
"Die Eigentümer von Sach- und Finanzvermögen werden seit einem Jahrzehnt ausgeplündert von Mietern, Arbeitnehmern (einschließlich angestellten Investmentbankern und Konzernvorständen) und vom Staat."
"Vermögen verpflichtet nicht dazu, sich dauerhaft ausbeuten zu lassen."
Das ist nicht mehr hemdsärmelig, sondern gottserbärmlich. Der Text, falls man diesen gedruckten Schaum vorm Mund so nennen kann, ist vor dem Hintergrund einer drohenden Wiedereinführung der Vermögenssteuer nach der nächsten Bundestagswahl zu lesen. Wenger mag aber die Vermögenssteuer nicht.
    Vielleicht hat er mit seiner Abneigung sogar recht. Aber wenn er mit seiner Abneigung recht hat, dann nicht deshalb, weil bei uns die Reichen von den Armen ausgebeutet werden, wie Wenger schreibt. Und auch selber glaubt. Bei ihm kommt die Ideologie so tief aus dem Herzen, das die Ideen unterwegs verloren gegangen sind und nur eine verdrehte Idiotenlogik übrig geblieben ist.
     Mit der Vermögenssteuer hat er vielleicht trotzdem recht. Das müssen die Fachleute ausrechnen. Es kann ja sein, und bei der Abschaffung der Vermögenssteuer war das ein Argument, dass die Ermittlung des zu besteuernden Vermögens die Finanzbehörden mehr kostet, als die Steuer einbringt. Und es kann auch sein, dass eine gerechte Ermittlung nur schwer zu erreichen ist. An beidem sind die Vermögenden mitschuld. Trotzdem kann sich ein Rechtsstaat darüber nicht hinwegsetzen.
     Die Vermögenssteuer klingt gut und kommt an bei linken Leuten. Aber wenn sie sachlich nicht zielführend und nicht gerecht umzusetzen ist, gibt es andere und vielleicht auch bessere Instrumente: Die Erhöhung des Spitzensteuersatzes, die Fortsetzung der Progression über die derzeitige Grenze hinaus, die Rücknahme der Erbschaftssteuerreform, die Abschaffung von Subventionen und Steuerprivilegien.
   Es gäbe jedenfalls Möglichkeiten, das Gesamtsteueraufkommen anzuheben, ohne die unteren und mittleren Einkommen weiter zu belasten. Und gespart werden muss auch. Professor Wenger meint, Fussballspieler verdienen zu viel. Kann schon sein. Alle möglichen Leute verdienen zu viel, womöglich auch Professoren für Betriebswirtschaft in der schönen Residenzstadt Würzburg. Das sind jedoch Kategorien spezieller Ressentiments, nicht gesamtfiskalischer Rechnung.
     Das gilt auch für Wengers Versuch, die Ministerpensionen (deren Berechnungsart wirklich reformiert werden müsste) auszuspielen gegen "das gesamte Vermögen eines kleinen Millionärs aus dem Mittelstand".
    Das ist eine ganz neue Schicht und eine ganz neue Sicht: Der kleine Millionär aus dem Mittelstand. Die Ausbeuter unseres Wirtschaftssystems, all die schwatzhaften Friseusen und maulfaulen Busfahrer, die schwarz nebenher verdienenden Fensterputzer und immer das selbe Öl verwendenden Bulettenbrater, die tagtäglich im Licht der Öffentlichkeit sitzenden Kassiererinnen und die Nacht für Nacht im Verborgenen herumstehenden Lagerarbeiter, die Niedriglöhner der Republik und die Reinemachefrauen in Würzburg sollten ihre Privilegien in Frage stellen und sich endlich solidarisch Gedanken über die neue soziale Frage des "kleinen Millionärs aus dem Mittelstand" machen.
Ach Herr Wenger, sowas verdient nicht mal ein kabarettistisches
An die La Terne!



"Ich mache Klassenkampf"

So steht es auf Buttons, die im seligen Frankreich die Leute bei Protesten gegen die Regierungspolitik auf der Brust tragen: „Je lutte des classes“ – „Ich mache Klassenkampf“. Oh, La France, du Vaterland der Revolution, du Mutter der Revolte. Klassenkampf! Bei uns schämt man sich für so was. Sogar die Kommunisten schämen sich für so was bei uns. Wir sind das Land der Waldhüter und Klimaschützer, das Land der amöbenhaften Mitte, das Land der Spießergrünen mit Eigenheim, Carport und unstillbarer Sehnsucht nach dem Hybridauto. Das Land, in dem die mit der schlechtesten persönlichen Ökobilanz das beste politische Umweltgewissen haben. Das Land, in dem eine Partei der Gutverdiener die sentimentalen Ideale und bigotten Utopien eines Drittels der Bevölkerung zu verwalten und zu verwahlen versteht. Das lässt die Anbieter politischer Konkurrenzprodukte aus der roten Haut fahren, gelb vor Neid werden oder schwarz vor Ärger. Und über Land und Leuten liegt der porentief unreine graugrüne Schleier betagter Hoffnungen und frischen Selbstbetrugs.



Knochenarbeit


Einer Studie der Uni Duisburg-Essen zufolge verdienen etwa zwei Millionen Beschäftigte weniger als 6 Euro brutto die Stunde. Rund sechseinhalb Millionen Beschäftigte gelten als >Niedriglöhner< und verdienen im Westen weniger als 9 Euro 50, im Osten weniger als 6 Euro 87.

    Anfang September ist im Hanser Verlag ein Buch unter dem Titel Knochenarbeit erschienen. Darin berichtet ein Enddreißiger mit Soziologiestudium, Akademikergattin und familiärem Mittelschichthintergrund von seinen Erfahrungen in einer Backfabrik, in der er ein Jahr für 8 Euro 10 die Stunde geschuftet hat.
    Das Buch beschreibt ein wenig die Arbeitssituation und liefert ein paar Porträts ehemaliger Kolleginnen und Kollegen. Ansonsten schwadroniert der Autor, bringt viel durcheinander und wenig auf die Reihe. Er kann Churchill und Shaw nicht auseinander halten, und den Zusammenhang zwischen Arbeitsteilung und Ausbeutung nicht begreifen. Er schreibt Max Weber die Wendung vom >eisernen Gehäuse der Moderne< zu, aber Max Weber hat vom „stählernen Gehäuse der Hörigkeit“ gesprochen und dabei nicht >die Moderne< charakterisiert, sondern die Bürokratie. Wenn das Buch auf soziologische Theorien zu sprechen kommt, verteht man, dass sein Autor aus seinem Soziologiestudium nichts machen konnte. Er hat im Seminar nicht aufgepasst. Überhaupt meint er zu schnell und denkt zu langsam.
    Doch kommt es darauf nicht. Dies ist keine Auseinandersetzung mit der Person des Autors, deshalb bleibt seine Name unerwähnt. Dies ist auch keine Rezension des Buches, denn das Werklein ist weder als Sozialreportage noch als Sozialanalyse noch als Sozialtheorie satisfaktionsfähig.
    Interessant ist es als Symptom. Es ist die Dummerchenvariante eines Weltbildes, das sich als >vitalistisch< bezeichnen ließe und einher geht mit einer Anthropologisierung kultureller Sachverhalte und einer biologistischen Gesellschaftsauffassung. Wie ein etwas netterer, aber viel blöderer Sarrazin >philosophiert< der Autor vom Kampf ums Dasein, den die Starken und Klugen gewinnen und die Schwachen und Dummen verlieren. Manchmal siedelt der Autor diesen Daseinskampf im Dschungel an, manchmal auf dem Monopoly-Brett:
„Der Löwe teilt seine Beute nicht mit den Feldmäusen. Der fortgeschrittene Kapitalismus gleicht einem Dschungel.“
„Es gibt begabte und unbegabte Menschen. Die Begabten wohnen irgendwann in der Parkstraße oder gar in der Schloßallee, die Unbegabten müssen sehen, dass sie ihre Miete für das Loch in der Turmstraße zusammenkratzen können.“
Die vitalistische Schlussfolgerung:
„Man muss das Wilde in den Menschen reizen. Diese Zeiten sind nichts für komplett Domestizierte. Wir brauchen widerständige und stolze Leute, die nicht alles schlucken.“
„Jeder Mensch kann sich erheben, wenn er will.“
Also sollen die aus der Turmstraße wild, stolz und widerständig in die Schloßallee stürmen?
Natürlich nicht. Die Feldmäuse dürfen die Löwen nicht an ihrer Freiheit hindern. Die Cleveren sollen von den Dummen nicht beim Bereichern gestört werden.
„Der Fleißige hat Erfolg, der Faule bleibt am Boden.“
„Die Cleveren sind oben, die Naiven sind unten. Daran ist nichts auszusetzen.“
Der eine dreht große Räder:
„Die großen Unternehmerpersönlichkeiten haben alle klein angefangen.“
Der andere backt kleine Brötchen:
„Die einfachen Leute streben danach, möglichst nichts zu tun. Sie wollen sich entspannen und konsumieren. Der Traum des kleinen Mannes ist die Hängematte mit Zimmerservice.“
Die Schlußfolgerung:
„Man nennt es soziale Ungleichheit. Es scheint mir eine anthropologische Konstante zu sein, wie der Geschlechtsunterschied, wie die Tatsache des Krieges, wie Krankheit und Tod. Diese Ungleichheit scheint zum Leben zu gehören. Sie ist unverrückbar wie ein Berg. Sie gehört zur Topographie des Daseins.“
An die La Terne? Nein, in die La Trine!



Sarrazins biologischer Kampfstoff


In den sich selbst für liberal bis links haltenden Berliner akademischen Mittelschichtmileus darf man nichts gegen die Türken in Kreuzberg sagen, aber alles gegen die Prols in Neukölln. Entsprechend verteilt ist die Empörungsenergie bei Verstößen gegen die politische Korrektheit. An den Reaktionen auf Thilo Sarrazins Buch lässt sich das beobachten. Die berufsmäßig dazu verpflichteten Beschäftigten des Integrationsgewerbes nudeln routiniert ihre Proteste ab gegen antimoslemische, rassistische, fremdenfeindliche Äußerungen, und jeder, der zu den Guten gehören will, schüttelt den Kopf über den Sarrazinenritt gegen die Migranten. Dass dieser Ritt auch die deutschen Unterschichten angreift, ist protest- rhetorisch kaum der Rede wert.
    Die Äußerungen Sarrazins sind zwar an der Oberfläche rassistisch, in dem, was ihnen als ideengebend zugrunde liegt, haben sie aber weniger mit Rassismus als mit Klassismus zu tun, genauer gesagt mit einer von einem biologistischen Menschenbild herrührenden Verachtung der Unterschicht. Man hat Sarrazin noch nie ein Wort gegen schwarze Diplomaten, schokoladige US-Präsidenten oder türkische Unternehmer sagen hören. Seine Angriffe werden stets von oben nach unten geführt. Sie laden den Menschen niederer Klasse das, was ihnen angetan und vorenthalten wird, höhnisch als selbst zu verantwortende Schuld auf.
    Sarrazins Haltung erinnert an jene, mit der im 19. Jahrhundert die Besitzbürger die Fabrikarbeiter als >gefährliche Klasse< stigmatisierten. Man kann das in den Texten, auch in den Romanen dieser Epoche nachlesen: Die Arbeiter müssen sechs Tage die Woche mindestens zwölf Stunden in die Fabriken und Bergwerke, sonst versaufen sie ihren Lohn, schlagen ihre Frauen, misshandeln ihre Kinder. Die Kinder wiederum sollen nicht in die Schule, sondern ebenfalls sechs Tage die Woche zehn Stunden arbeiten, sonst verlottern sie, lernen keine Disziplin und belästigen anständige Leute mit gassenjungenhaften Unverschämtheiten und Bettelei.
    An solche Vorstellungen erinnern die sozialen und moralischen Begründungen für das strafbewehrte Erziehungsprogramm, mit dem Sarrazin die heutigen Unterschichten wenn schon nicht zur Vernunft, so wenigstens zur Räson des Gehorsams bringen will. So lassen sich soziale Reformbemühungen von vornherein durch pseudobiologische Einwände desavouieren und soziale Ungleichheiten durch natürliche Ungleichheiten rechtfertigen. Gesellschaftliche Probleme werden biologisiert.
      Entsprechend besteht die Lösung dieser Probleme nicht in der sozialen, sondern in der biologischen Abschaffung der Unterschicht. Sarrazin verziert diese Position aus provokationsästhetischen Gründen mit Übertreibungen, aber die Schnittmenge dieser Übertreibungen mit der sogenannten Realpolitik ist bei näherem Hinsehen größer, als es bei blindmachender Reflexempörung erscheint. Während der Debatten um die einkommensabhängige Staffelung des Elterngeldes wurde auch in akademischen Milieus, die sich für vernünftig und gemäßigt halten, die Überzeugung vertreten, die Elite würde aussterben, wenn ihr der Staat das Kinderaufziehen nicht finanziell erleichtere. Als käme die Elite nicht durch soziale Rekrutierung, sondern durch natürliche Fortpflanzung zustande.
    Einst rechtfertigte der Adel seine Privilegien mit ererbter Überlegenheit – nicht nur gegen die Bauern, auch gegen die Bürger. Das Bürgertum lehnte sich gegen diese angeblich natürliche Ordnung auf und warf sie in Revolutionen über den Haufen. Inzwischen hat die Genetik zu einer Renaissance des Erbgedankens führt, und in den ideologischen Verteidigungshaushalt der bürgerlichen Schichten werden auf einmal aristokratische Argumentationsposten eingestellt. An die Stelle der sozialen Überlegenheit einer Elite, die sich immer neu behaupten, rechtfertigen und für fremde Eindringlinge öffnen muss, tritt die natürliche Überlegenheit bürgerlicher Familien, die wie einst die Familien des Adels jede Infragestellung ihrer Privilegien für einen Verstoß gegen die Erbgesetze der Natur halten. Der fanatischste Verkünder dieser neuen deutschen Erbideologie ist Thilo Sarrazin. An die La Terne!